Unsere Schule

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Rezensionen - 81 Fotos (Link im Artikel) - Zur Handlung - Rollen und ihre Darsteller

 

 

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Ein Abend zum Nachdenken und Schmunzeln
 

Die Aufführung des Literaturkurses 12 unserer Schule "Der Besuch der alten Dame" hätte Friedrich Dürrenmatt sicher gefallen.
Es war eine durchweg gelungene Darbietung, die mit einfachem, nicht-effekthaschendem Bühnenbild die Fokussierung auf die gesprochenen Texte und die Darstellung der Schauspieler ermöglichte.
Die Darstellerinnen  und Darsteller waren äußerst textsicher und gut verständlich und vermochten durch ihr Spiel die Tiefsinnigkeit des Dramatextes zu unterstreichen. Dabei wurde nicht  nur die Käuflichkeit und Gier der Menschen als eine seiner typischen Charaktereigenschaften, die Dürrenmatt in seinem Stück anprangert, in ernster und  tragischer Weise deutlich gemacht. Ebenso vermochten die Darsteller das Komödienhafte und Groteske dieses Stückes witzig umzusetzen und sie erzeugten so bei den reichlich erschienenen Zuschauern gleichzeitig Nachdenklichkeit und Belustigung.
Besonders zu gefallen wussten die Protagonisten Alfred Ill und Claire Zachanassian sowie die Güllener Würdenträger, die zeigten wie man niedere Motive mit ehrenhaften Beteuerungen kaschieren kann.
Diese "tragische Komödie" passt auch in unsere Zeit, weil sie menschliche Abgründe dokumentiert, unterhält und zum Nachdenken anregt.
Der Beifall der Zuschauer und die anschließende Gespräche untermauern diesen Eindruck.

 

Michael Oomen

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Dauerbrenner & erfolgreiche Inszenierung
 

Der Auftritt des Literaturkurses auf der Homepage der Schule wirkte dieses Schuljahr so zurückhaltend, fast zarghaft, denn viel bekam der interessierte Beobachter nicht mit: So gab es keine Selbstinszenierungen auf der Homepage und auch keine großartigen Ankündigungen einer Inszenierung. Aber dann, es wurde schon sommerlich, erhielt man Einblick: Ein Aufmacher, Probenfotos - ein Dürrenmattstück, der Besuch der alten Dame. Der Kurs wollte sich also um den Themenkomplex Gerechtigkeit kümmern.
Schön - ein Dauerbrenner in Film, Fernsehen, Literatur, doch um welche sollte es gehen: Um individuelle, rechtliche oder religiöse Gerechtigkeit? Wird werkgetreu aufgeführt, wird die Gegenwart miteinbezogen?
Man liest sich nochmal ein und kann Folgendes rekapitulieren: Eine furchtbar verarmte Stadt, mit ehemals ansässiger Schwerindustrie, bekommt Besuch von einer reichen Tochter der Stadt - Tochter einfacher Leute, wegen eines unehelichen Kindes, einer nicht öffentlich erwiederten Liebe und eines falschen Urteils, verstoßen. Ein starker Kontrast: Hochbetuchte Dame kommt in hochverschuldete Stadt. Kann ein solches Unterfangen einen sittlichen Ausgang haben?
Dieser Literaturkurs machte sich also auf in die Inszenierung von Ambivalenzen, von Doppeldeutigkeiten, die nicht als solche eingestuft werden, denn eigentlich ist sittliches Verhalten in modernen Gesellschaften, in modernen Nationalstaaten, gerade in den europäischen so verankert, ja rechtlich manifestiert, dass zum einen immer klar ist, was gegenwärtig richtig ist, zum anderen Gegenteiliges als kaum vorstellbar erscheint bzw. zu erscheinen hat.
Viele, viele Menschen wirkten mit. Vielleicht lässt sich hier Kritik dahingehend äußern, dass die Menschen keine Charakterdarsteller, sondern (bloße) ‚Rollendarsteller‘ gewesen sind. Aber kann das nicht auch gewollt, ja intendiert gewesen sein, so dass dies dann ein Lob für die Menschen dieser Inszenierung darstellt? So drängt sich die Frage auf, ob Gerechtigkeit nun menschliche, also auch sittliche, Formen annehmen kann.
Jener Kurs stellte dieses Problem in jugendlich unbewusst arroganter bzw. abgeklärter Art und Weise überzogen pointiert dar, um den Zuschauer darüber aufzuklären, dass kleinste und oftmals längst vergangene Akte des Handelns Auswirkungen auf die Gegenwart und Zukunft haben. Einzig steuerbar vom Menschen ist der Grad dieser Auswirkungen. Dies wurde an entsprechenden Stellen überaus stark dargestellt, zum Beispiel seien in diesem Zusammenhang die, schauspielerisch äußerst hochwertigen, Ausführungen des Buttlers aufschlussreich.
Wurde werkgetreu inszeniert? Nun, wo verlaufen die Grenzen einer werkgetreuen Inszenierung? Dem Beobachter erschien die Inszenierung zunächst als werkgetreu, doch war sie das? Was machte der Bundespräsident der Gegenwart in der Amtsstube des Polizisten? Warum wurde die Abstimmung über die Annahme des Geldes so ‚politisch‘ dargestellt? Warum waren die Menschen schon so modern, ja der gegenwärtigen Mode entsprechend, gekleidet? Also nicht werkgetreu? Wurde das Stück Dürrenmatts nur modernisiert, also mit den Ambivalenzen, Diskontinuitäten und Fragmentierungen der heutigen, modernen Welt aufgeladen? Ja und nein - es trifft beides zu. Vielleicht kann man sich darauf einigen, dass der Versuch der werkgetreuen Inszenierung vorgenommen (und gelungen umgesetzt) worden ist, wobei man sich einer zu eng sitzenden Brille, Theorie, erwehren wollte.
Summa summarum lässt sich festhalten, dass man bei der Aufführung dieses Literaturkurses mit einem Klassiker der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur, einer durchdachten Inszenierung und auch einem reflektiert handelnden Literaturkursteam (vor und hinter der Bühne), mit zum Teil neuer Ausrüstung bewaffnet, konfrontiert worden ist. Abschließend und zusammenfassend bewerte ich die Inszenierung dieses Kurses, in ihrer heute (Premiere) dargestellten Gesamtheit, als erfolgreich.
Natürlich kann man mir eine gewisse Subjektivität vorwerfen, denn ich habe diesen Kurs ja selbst auch einmal unter der selben Leitung, aber unter anderen Rahmenbedingungen, abgeschlossen, doch darauf kann ich nur entgegnen: Wenn meine hier dargestellte Sichtweise nicht deckungsgleich mit der Deinen ist, so schreibe doch auch etwas dazu.

Tom K. Antom

 

 

  
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  (Fotos: St.-G. Schnorr)
  
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Der In-Szene-Setzer 
Zum Stück und zur schönen Leistung der jungen Darsteller ist hier schon vieles gesagt worden. Ich schließe mich dem meisten an und möchte mich nach meinem Theaterbesuch am 24.06. einmal mit einem ganz anderen Aspekt befassen - der Regie! 
Ich beobachte seit Jahren und nun auch wieder in den vergangenen Wochen wie Stefan Schnorr schier das Äußerste aus den jungen Leuten rausholt. Mädels und Jungs mit allen möglichen Talenten und Interessen, sicher; die aber eben doch kurz vorher noch - alte Schülerkrankheit - einigermaßen lustlos, gelangweilt und unvorbereitet im Unterrichtsraum vor sich hin dümpelten. Die glücklich über jeden Gong gern zügig den Ausgängen entgegenstreben... 
Und nun, in der Theatersaison an der BvS, hört man in Stufe 12 wieder die sagenhafte Rede von quasi durchgearbeiteten Wochenenden, von endlosen Bühnentrainings, akkuraten Proben; natürlich alles "freiwillig"! Ich bekenne, dann immer ein bisschen skeptisch zu sein, so nach dem Motto: "Na ja, vielleicht waren es eher 4 als 8 Stunden..." aber wenn ich dann die Aufführung besuche, spüre ich: "Das stimmt schon  mit den regelmäßigen 8, 10, 12- Stunden - Sitzungen!" Da ist ganz sicher endlos gewerkelt, gebastelt, gestellt, Probe-gesprochen worden. Da wurden Laufwege einstudiert, mit Beleuchtungen, Konstellationen, Bewegungen und Tönen experimentiert, ausführlich über Mimik und Modulation beraten. Jeder Handgriff sitzt, ist abgestimmt und wenn es sich auch um scheinbare Banalitäten handelt wie das stille, zügige Wegräumen von Bühnenrequisiten in kurzen Dunkelpausen zwischen zwei Szenen.   
Ein pädagogisch-künstlerischer Glücksfall also, das heißt: Ehrgeiz wurde erweckt und eine tiefe, sich aus dem gemeinsamen Projekterleben speisende Motivation erzeugt. Motivation ist Bewegung; Bewegung hin zu einem gemeinsamen Ziel! 
Wie der Regisseur das hinbekommt... nun, über die Kunst generell kann ich nur spekulieren. Bei Gelegenheit frage ich ihn mal und werde wahrscheinlich zur Antwort hören: "Du musst es einfach machen..." Sicherlich werde ich ein wenig ratlos von dannen ziehen. Ich vermute aber jedenfalls, dass zweierlei eine Rolle spielt: Leidenschaft (um nicht von Besessenheit zu sprechen) und Inszenierung (um nicht von Ästhetisierung zu sprechen). 
Denn die Liebe, die Versessenheit zum Detail zeigt sich ja auch im gesamten Umfeld des Projekts; der sorgsamen Ablaufplanung, der, bei wahrhaft problematischen Raumverhältnissen, Herstellung einer attraktiven Bühnenarchitektur mit einfachen Mitteln und, last but (längst) not least, einer professionellen Dokumentation der Verwandlung von Schülern zu Schauspielern, einer Mensa zum Theater! 800 Klicks auf die Projektseite (ich spreche von einer Schulhomepage und nicht von SPIEGEL-online!) belegen, wie dankbar die jungen Leute für die erstklassige fotographische und gestalterische Aufbereitung ihrer Arbeit sind.  
Dem sichtlich gerührten Stefan Schnorr dankten die Akteure auf der Bühne mit einer  Rede und Schokolade (hätte es angesichts der Besitzverhältnisse der Claire nicht eine MILKA sein müssen?). Im Internet gibt´s natürlich keine Süßigkeiten; nur Lob. Dies aber in den höchsten Tönen. Danke für deine großartige Theaterarbeit, Stefan! 
Axel Frieling

Die Ausgangslage
(Zur Handlung)

 

Schwanger verlässt Klara Wäscher im Winter ihre Vaterstadt Güllen. Nach 45 Jahren kommt sie, inzwischen sehr reich geworden, zurück und findet ein gänzlich  verarmtes Güllen vor. Auf dem Hintergrund 'praktischer  Menschlichkeit' entwickelt Dürrenmatt in diesem Stück nun die Metastasen unserer Hybris, unserer Selbstüberschätzung.

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Rollen und ihre Darsteller (R. Tausch)

 

 

Alfred Ill:

Nicolas Abts

 

Claire Zachanassian:

Lena Schönell

 

Frau Ill:

Anzela Cerepanov

 

1.Bürger:

Emre Sali

 

2.Bürger:

Daniel Gottschalk

 

3.Bürger:

Michael Modemann

 

4.Bürger:

Jonas Kaffka

 

Maler:

Yannick Schmitz

 

Bürgermeister:

Sebastian Müller

 

Arzt:

Lucas Riedel

 

Lehrerin:

Tabea Heinritz

 

Pfarrer:

Simon Schmitz (Jg. 10)

 

Polizist:

Leonid Tetera

 

Butler:

Tim Overtheil

 

Gatte:

Adrian Tontsch

 

Koby:

Yannik Wolff

 

Loby:

Ryan Knebel

 

1.Frau:

Maren Appelt

 

2.Frau:

Katharina Quehl

 

Radioreporterin:

Jana Reetz (NGK, Jg. 10)

 

Pressemann:

Florian Hajen

 

Kondukteur:

Fredeic Sehnem

 

Pfändungsbeamtin:

Rebecca Tausch

 

Kellnerin:

Katharina Quehl

 

Turner:

Frederic Sehnem

 

Fräulein Luise:

Rebecca Tausch

 

Souffleuse:

Annalena Gatzen

 

Licht:

Rebecca Tausch, Maren Appelt, Adrian Tontsch, Lucas Riedel, Tabea Heinritz

 

Musik:

Florian Hajen, Frederic Sehnem

 

Maske:

Jana Reetz, Maren Appelt, Annalena Gatzen

 

Regie u. Gesamtleitung:

Stefan-G. Schnorr

 


 

 

 

 

 

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Zum diesjährigen Bühnenbau: Fotos HIER